Von der Steinzeit bis in die Gegenwart. 8.000 Jahre städtebauliche Entwicklung in Frankfurt am Main“ in der Reihe „Archiv für Frankfurts Geschichte und Kunst“ neu erschienen

 

 

Die Gesellschaft für Frankfurter Geschichte e. V./Institut für Stadtgeschichte (Hrsg.):

Von der Steinzeit bis in die Gegenwart. 8.000 Jahre städtebauliche Entwicklung in Frankfurt am Main“ (Bd.76 der Reihe „Archiv für Frankfurter Geschichte und Kunst“, 148 S.  Societäts-Verlag, Frankfurt am Main (ISBN 978-3-95542-157-1). Preis 29,80 Euro

erhältlich im Institut für Stadtgeschichte und im Buchhandel

3.3.2017 – Frankfurt/Main (isg) „Die Besonderheit dieser neuen Publikation besteht darin, erstmals die städtebauliche und architektonische Entwicklung Frankfurts in den Fokus zu nehmen und über die Jahrtausende konzentriert nachzuzeichnen“, unterstrich Dr. Evelyn Brockhoff, Leitende Direktorin des Instituts für Stadtgeschichte und geschäftsführende Vorsitzende der Gesellschaft für Frankfurter Geschichte e. V., Grundlage der Veröffentlichung ist die äußerst gut besuchte Vortragsreihe „Jahrhundertringe – Die Entwicklung der Stadt vom Grubenhaus zum Wolkenkratzer“, die das Institut für Stadtgeschichte und die Gesellschaft für Frankfurter Geschichte e. V. im Winterhalbjahr 2013/2014 veranstaltet hatten.

 

Die Geschichte Frankfurts reicht weit über Karl den Großen, dem wir die erste urkundliche Erwähnung Franconofurds 794 verdanken, in die Vergangenheit zurück. In neun, chronologisch geordneten Beiträgen verfolgen namhafte Archäologen, Historiker, Kunsthistoriker und Architekten Frankfurts Baugeschichte von der Vor- und Frühgeschichte bis zur Skyline. Entstanden ist ein neues, kompaktes Standardwerk zur Stadtgeschichte.

 

Dr. Christoph Willms, der inzwischen verstorbene Leiter der Prähistorischen Abteilung des Archäologischen Museums, wirft einen kundigen Blick auf die Funde von Neandertalern bis hin zu Kelten und Römern auf dem Gebiet der heutigen Mainmetropole und fasst „Frankfurts Vorgeschichte“ – speziell steinzeitliche Lebensverhältnisse – anschaulich und prägnant zusammen. Der Leitende Direktor des Archäologischen Museums Prof. Dr. Egon Wamers widmet sich dem nun nicht nur in archäologischen, sondern auch schriftlichen Quellen fassbaren „Franconofurd“, das Merowinger und Karolinger zu einer der wichtigsten Stätten des Reiches ausbauten. Deren Fortentwicklung „Von der Königsstadt zur Reichsstadt“ im hohen und späten Mittelalter, eine bis heute in der Topographie Frankfurts ablesbare Phase, ist Thema des materialreichen Beitrags von Dr. Michael Matthäus, Leiter der Alten Abteilung – Städtische Überlieferung bis 1868 im Institut für Stadtgeschichte. Entstehung und Geschichte der 1462 bezogenen „Frankfurter Judengasse“ im Osten der Neustadt, die mehr als drei Jahrhunderte als abgeschlossener Zwangswohnbezirk der Frankfurter Juden diente, widmet sich der stellvertretende Direktor des Jüdischen Museums Fritz Backhaus. Die Herausgeberin des Sammelbandes Dr. Evelyn Brockhoff geht der Veränderung der Stadtgestalt „Vom Klassizismus zum Historismus“ auf den Grund, als deren Ergebnis sich die neuen äußeren Viertel noch Mitte des 19. Jahrhunderts überwiegend als moderne Wohngebiete im Grünen darboten. Den Weg nach der Annexion durch Preußen 1866 in die bald systematisch geplante industrialisierte Moderne thematisiert Lutz Becht M. A., bis zu seinem Ruhestand im Institut für Stadtgeschichte für Sonderforschung verantwortlich, im Beitrag „Frankfurt wird Großstadt“. „Das Neue Frankfurt“ und die stadtbildprägenden baulichen Zeugnisse der nur fünf Jahre währenden Ära des Stadtbaurates Ernst May deutet Dr. Claudia Quiring, inzwischen Kustodin am Stadtmuseum Dresden, „als Motor der Moderne“. Die Kunsthistorikerin Dr. Almut Gehebe-Gernhardt untersucht den Wiederaufbau nach den verheerenden Verlusten im Zweiten Weltkrieg unter dem Motto „Eine Stadt erfindet sich neu“ und wirft auch einen Blick auf die Kontinuitäten in der May-Zeit. Der Architekt Prof. Christoph Mäckler schließlich untersucht für die Skyline die ordnende Kraft des Turms unter der Prämisse „Höhe ist nicht alles … Frankfurts schönste Hochhäuser“.